11.08.2017

Kein Internet, keine Dusche, nur du und ich

Da mein Liebster M und ich es diesen Sommer nicht mehr schaffen, gemeinsam in den Urlaub zu fahren, nutzten wir das vergangene Wochenende und verbrachten es auf der Hütte meines Opas in der Slowakei. Keine Dusche, kein Internet, kein Fernseher, nur wir zwei und es war wundervoll.

Es hat uns so gut gefallen, dass wir innerhalb der letzten drei Wochen zwei Mal dort waren und sicher noch oft hinfahren werden. Das kleine Haus gehört meiner Oma und befindet sich ca. 40 km nordöstlich von Bratislava in den Kleinen Karpaten (Male Karpaty). Mein Opa ist Architekt, hat es vor ca. 20 Jahren selbst gebaut und als Kinder waren wir im Sommer oft dort zu Besuch. Es gibt zwar zwei Toiletten, ein trockenes draußen und ein chemisches herinnen und auch eine Küche, die mit dem Nötigsten ausgestattet ist, jedoch kein Warmwasser, keine Dusche, keinen Fernseher und kein Internet. Mein lieber Opa hat sich zu Beginn ein wenig Sorgen gemacht, dass uns die Bedingungen dort nicht zusagen, aber die waren nicht nötig. Ich brauche keinen Luxus, mein Freund schon gar nicht und für zwei Nächte ist es vollkommen in Ordnung. Opa kommt oft hin aber bleibt nur sehr selten über Nacht, also reicht ihm die Ausstattung. 

Der Hauptgrund für unseren Aufenthalt war, die Zeit zu zweit zu genießen. Ein bisschen Gehirn abschalten, die Arbeit, Uni und sonstigen Stress zu vergessen und sich auf das Wesentlichste zu konzentrieren. Vor allem mein Freund ist viel wegen dem Sport unterwegs und arbeitet sehr viel, also hatte er das gammeln dringend nötig. Wir kochten uns ganz Einfaches und hatten auch einen kleinen Grill mit. Da es im Haus und rundum keine wirkliche Abendbeschäftigung gibt und die Nachbarn auch leise sind, konnten wir früh schlafen gehen und mit der Sonne aufstehen. Die Fenstern hatten wir die ganze Nacht offen, was uns jedoch ein Mal zum Verhängnis wurde, da sich eine Grille verirrte, sich innen irgendwo hinsetze und nicht zu finden war. Nur ihr zirpen hielt uns die halbe Nacht wach. 

Man lernt in dieser Zeit, genügsam zu werden. Wenn wir uns zwei Tage nur mit Seife und einem Waschlappen waschen, unsere sozialen Netzwerke nicht checken oder nicht fernsehen, geht die Welt nicht unter. Man könnte es eine Art "Detox" nennen, hach, wie ich dieses Wort hasse. Aber so war es nunmal. Ein weiteres Benefiz war, dass wir uns nur auf einander konzentrierten und das tat unserer Beziehung gut. Im Alltag tendieren wir dazu, in eine Routine zu fallen, weniger zu kommunizieren und uns weniger zu sehen. Dort konnten wir Konversationen nachholen und uns einfach wunderbar unterhalten, ohne Ablenkung. Wir machten auch einen Spaziergang durch den Wald zum Schloss Rotenstein (Cerverny Kamen), bei dem die Fotos entstanden. Darauf zu sehen ist mein liebstes Sommerkleidchen und die beste Investition dieses Sommers - meine Birkenstocks. 

Eine kurze Geschichte zur Burg Cerveny Kamen: Sie gehörte bis Ende des Zweiten Weltkrieges dem bedeutenden Adelsgeschlecht Pálffy und mein Ur-ur-Opa, also der Opa meiner Oma, war zu seiner Zeit Kutscher des Grafen. Die Kutsche (bzw. ihr Nachbau) steht immer noch in der Halle der Burg und als wir Kinder waren und die Burg besuchten, faszinierte und diese Geschichte jedes Mal. Das Haus und die Gegend mit der Burg waren ein großer Teil meiner Kindheit, deshalb kehre ich schrecklich gerne dorthin zurück und schwelge in Erinnerungen. Ich hoffe, wir schaffen es sehr bald wieder hinzufahren und eine Gewohnheit daraus zu machen. 




 
Für mich geht es Ende August noch nach Kroatien mit meiner Schwester und meiner Cousine und die letzte Septemberwoche verbringen mein Liebster und ich unseren traditionellen Urlaub in Osttirol, aber das ist dann schon im Herbst. Ich kann es kaum erwarten! 
Bis bald, Eva :)



SHARE:

Keine Kommentare

Kommentar veröffentlichen

© LipstickForEva. All rights reserved.
Blogger Designs by pipdig